30.Aug-6.Sep: THW Workcamp 2015

Das „Workcamp 2015“ war die erste internationale Maßnahme der THW-Jugend Bayern. Zusammen mit 11 Jugendlichen des weißen Kreuzes aus Südtirol nahmen 14 Junghelfer der THW-Jugend Bayern teil - von der THW-Jugend Dillingen war Patrick Wiedemann dabei. Unter dem Thema „ein Haus für alle“ wohnten die Jugendlichen eine Woche lang in der „Jugendbegegnungsstätte am Tower“ in Oberschleißheim und unternahmen verschiedenste Aktionen. Ein Ziel des Workcamps war es, Unterkünfte für Flüchtlinge oder sozial orientierte Organisationen zu entwerfen, zu bauen und zu gestalten.

 Zunächst wurden die Jugendlichen nach Interessen gruppiert: eine Gruppe konzentrierte sich auf das Design, andere auf die farbliche Gestaltung und eine dritte Gruppe auf das eigentliche Bauen der Unterkünfte. Während die ersten beiden Gruppen an der Hausgestaltung feilten, arbeitete die dritte Gruppe daran, die Unterkünfte herzustellen. Zunächst wurde der Modellentwurf für die Unterkünfte diskutiert und ein Musterhaus gebaut. 

Nach dem Bau der Musterunterkunft fand die erste thematische Einheit mit einem Besuch der Pinakothek der Moderne statt. Dabei wurde klar, dass Wohnen nicht gleich Wohnen ist und die Gestaltungsmöglichen nur von der Fantasie eingeschränkt werden. Das Workcamp war auch geeignet, zu verstehen, was gerade in Bayern, Deutschland und Europa passiert. An einem Abend bekam das Workcamp Besuch von Mitgliedern des Vorstands des Verbandes heimaten e.V. , die selbst eine Vergangenheit mit Flucht aus ihrem Heimatland erlebt hatten. Dabei wurde das Bewusstsein gestärkt, dass Gastfreundschaft nicht selbstverständlich ist und wie wichtig es ist, den Flüchtlingen zu helfen. Die Workcamp-Helfer konnten aus erster Hand verschiedenste Aspekte und Meinungen kennenlernen.

An einem anderen Tag lernten die Workcamp-Teilnehmer viele Hintergründe zum Thema Flüchtlinge: warum sie flüchten, wohin sie wollen und warum gerade dahin - aber auch was wir für sie tun können. Das alles in den Rahmen einer Woche zu packen und dabei das eigentliche Hauptziel, die Unterkünfte zu bauen, nicht aus den Augen zu verlieren, war nicht immer einfach, konnte aber durch die Disziplin und den Zusammenhalt der Gruppe doch erreicht werden.

Am Ende stehen sechs der acht Hütten in Oberschleißheim und beherbergen 50 Flüchtlinge. Die anderen beiden wurden dem SOS-Kinderdorf in Südtirol übergeben.